Herbstausflug nach Naumburg, Freyburg & Umgebung vom 07. - 09.10.2026

 

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Rudelsburg über der Saale
Das Mittelalter an Saale und Unstrut
 und ein bisschen Napoleon Bonaparte
   

            Im Hintergrund die Rudelsburg, rechts unten die Saale

 Unsere Unternehmungen, tageweise  

Uta von Naumburg Bach-Orgel in St. Wenzel in Naumburg
 Uta von Naumburg    Bach-Orgel St. Wenzel
 
Sonnenobservatorium Goseck Museum zum Sonnenobservatorium Goseck
Sonnenobservatorium und Museum Goseck
 
Schloss Gosek
Schlosskirche Goseck
 
 Museum Schloss Wilhelmsburg
  Bild Anagoria
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 Museum Schloss Wilhelmsburg
   Himmelsscheibe             Fundstelle
           Arche Nebra  (Video-ZDF)
 
Memleben, Kaiserpfalz und  Kloster
  
Memleben, Kaiserpfalz & Kloster
Eisenhütten-Museum Neue Hütte Eisenhütten-Museum Neue Hütte
 Rotkäppchen Erlebniswelt und Freyburg
Schloss Neuenburg bei Freyburg
            Schloss Neuenburg                    
Schulpforta bei Schulpforte   Museum in Cospeda
          Schulpforta        Cospeda,Jena&Auerstedt
Rudelsburg Jena
Rudelsburg                     Jena   .

Geschichte pur in Sachsen-Anhalt, an Saale, Unstrut und der schönen Umgebung

Schon nach unserem letzten Ausflug nach Thüringen, bis an die Grenze zu Sachsen-Anhalt, war klar - wir machen dort weiter: Malerische Landschaften (fast so schön wie die Fränkische 😉), geschichtsträchtige Städte und Stätten mit historischen Schätzen und nette Menschen.
Ausgangspunkt war Freyburg an der Unstrut, und besucht haben wir:

Naumburg: Der Naumburger Dom (Führung, download) seit 2018 UNESCO-Weltkulturerbe zählt zu den bedeutendsten Kulturdenkmälern des europäischen Hochmittelalters. Er fasziniert durch einzigartige Architektur am Übergang von Romanik zur Gotik. (Virtueller Rundgang / App)
Uta von Naumburg ist die berühmteste der 12 Figuren im Westchor. Sie gilt als schönste Frau des Mittelalters. Sie fasziniert durch ihren eleganten Gestus, indem sie den Kragen ihres Mantels schützend an die Wange zieht.
Die Stifterfiguren & die beiden Stein-Lettner aus 1250 stammen vom unbekannten Naumburger Meister. Seine lebensechten, hochemotionalen Skulpturen revolutionierten die damalige Kunstwelt.
Der Naumburger Domschatz: Eine hochkarätige Ausstellung im Domschatzgewölbe im Untergeschoss und im benachbarten Domstiftsarchiv mit wertvollen sakralen Kunstwerken und Handschriften. Im romanischen Domschatzgewölbe befinden sich hochrangige sakrale Kunstwerke und Skulpturen, u.a. die originalen Cranach-Altäre (bis 2027 als Leihgabe in Rom), im Archiv mehr als 30.000 kostbare Handschriften und 2.500 Urkunden, eine "Kettenbibliothek" (Bücher waren im Spätmittelalter extrem wertvoll und wurden mit Ketten an den Regalen gesichert), Akten, Karten und Grafiken (Führungen).
Friedrich Nietzsche verbrachte hier Kindheit, Jugend und seine letzten Jahre. Nachdem sein Vater gestorben war, zog die Familie 1850 in die Domstadt. Im ehemaligen Wohnhaus befindet sich eine Dauerausstellung. Daneben steht das Nietzsche-Dokuzentrum. Am Holzmarkt erinnert ein Nietzsche-Denkmal an ihn.

Goseck: Das Sonnenobservatorium bei Goseck gilt als das älteste der Welt. Es wurde vor rund 7.000 Jahren in der Jungsteinzeit errichtet. Die Kultstätte hatte nicht nur eine astronomische (Sommer-/Wintersonnenwende, Aussaat des Getreides), sondern auch eine sakrale Funktion als Opferstätte (man fand "Gaben", menschlicher Körper-/Skelettteile).

Das Schloss Goseck in der nahen gleichnamigen Ortschaft entstand aus einer Pfalzgrafenburg des 9. Jahrhunderts, die im 11. Jahrhundert in ein Benediktinerkloster und nach der Reformation in ein Renaissanceschloss umgewandelt wurde. (Geschichte / Kultur)
Der Schloss-Komplex beherbergt die Ausstellungsräume zum Sonnenobservatorium. Gezeigt werden: Archäologische Funde, Originale Stücke, Dokumente und Modelle rund um die Ausgrabung und Freilegung der Kreisgrabenanlage und Erklärungen, z.B. wie die Bauern der Steinzeit den Himmel beobachteten und wie das Observatorium rekonstruiert wurde.

Die ebenfalls dazugehörende Schlosskirche ist das architektonische Hauptexponat der Anlage. Sie beeindruckt mit romanischen Bauwerksteilen wie originale Fenstergitter und Reste jahrhundertealter Wandmalereien und einer seltenen, von nur einer Säule gestützten Krypta aus dem Jahr 1046. Zu den festen Ausstellungsstücken gehören unter anderem das kunstvolle Pölnitz-Epitaph und die historische Ladegastorgel. Heute beherbergt das Gebäude eine multimediale Dauerausstellung „Schloss.Kirche.Goseck“. (Rundgang)

Arche Nebra und die Himmelsscheibe: Die Himmelsscheibe von Nebra (Video-ZDF) ist die weltweit älteste konkrete Darstellung astronomischer Phänomene. Die rund 3.600 Jahre alte Bronzescheibe zeigt Sonne, Mondsichel und 32 goldene Sterne (darunter die Plejaden) und diente unseren bronzezeitlichen Vorfahren vermutlich als astronomische Erinnerungsstütze und Kalender.
Sie wurde 1999 von Raubgräbern auf dem Mittelberg bei Nebra in Sachsen-Anhalt illegal ausgegraben und erst 2002 bei einer spektakulären Polizeiaktion in Basel sichergestellt. Heute gehört sie zum UNESCO-Dokumentenerbe und wird dauerhaft im Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle (Saale) ausgestellt.

Direkt in der Nähe des Fundorts befindet sich das Besucherzentrum Arche Nebra. Das wie eine goldene Sonnenbarke gestaltete Gebäude bereitet die Geschichte des Fundes und das astronomische Wissen der Epoche mit einem eigenen Planetarium auf.
Ein rund drei Kilometer langer Fußweg führt von dort direkt zum echten Fundort auf dem Mittelberg, wo ein 30 Meter hoher, als Sonnenuhr gestalteter Aussichtsturm weite Ausblicke in die Landschaft bietet. (privates Video)

Memleben ist vor allem bekannt für seine herausragende Bedeutung im Hochmittelalter, da sich hier eine wichtige Pfalz der ottonischen Herrscher befand. Heute zieht vor allem die Klosterruine Memleben des ehemaligen Benediktinerklosters mit einer beeindruckenden spätromanischen Hallenkrypta aus dem 13. Jahrhundert die Besucher an.
Heinrich I. (erster deutscher König, Video) ließ Memleben 919 zu seiner Lieblingspfalz ausbauen. Er einte die germanischen Stämme im Ostfrankenreich und legte damit das Fundament für das spätere Deutschland. Er starb hier, wurde aber in Quedlinburg beigesetzt. Sein Sohn Otto I./ der Große starb ebenfalls hier, sein Herz ruht in der Marienkirche des Klosters, beigesetzt wurde er im Magdeburger Dom. Otto wurde 962 in Rom zum ersten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. (1806 erklärte Franz II. das Alte Reich für aufgelöst). (Karl der Große war zwar schon ab 800 Kaiser, herrschte jedoch über das Gesamt-Frankenreich. Die eigentliche deutsche Geschichte und das Heilige Römische Reich begannen erst mit Heinrich I. und Otto I. (Geschlecht der Ottonen, Sachsen) die ihr Reich vom Westfrankenreich (später Frankreich) abspalteten. (Deutsche Herrscher). Die Schlacht auf dem Lechfeld (955) war der entscheidende Sieg Ottos über die in verheerenden Raubzügen nach Westen drängenden Ungarn. Dieser Triumph legte den Grundstein für Ottos spätere Kaiserkrönung.
Das Kloster stiftete Otto II. 979 zum Gedenken an seinen Vater.
Heute beeindruckt eine Monumentalruine, die Überreste der riesigen Klosterkirche aus dem 10. Jahrhundert mit einer spätromanischen Krypta (ein vollständig erhaltener, mystischer Untergeschossraum aus dem 13. Jahrhundert, der als architektonisches Meisterwerk gilt), einem Klostergarten (ein nach historischem Vorbild angelegter Garten mit mittelalterlichen Heil- und Nutzpflanzen) und einem Museum (eine Dauerausstellung, die interaktiv das Leben der Mönche und die Bedeutung der Ottonen in Memleben zeigt).

Schulpforte: hier, im Ort, legten Mönche des Zisterzienserordens 1137 den Grundstein für das Kloster Pforte. Um 1540 wurde es aufgelöst und in eine Landesschule (Pforta) umgewandelt. Das Besondere ist die Symbiose aus lebendiger, 900-jähriger Geschichte und einem modernen Spitzen-Internat, in dem einst weltberühmte Dichter und Denker aufwuchsen: u. a. Friedrich Nietzsche, Johann Gottlieb Fichte, Friedrich Gottlieb Klopstock, August Ferdinand Möbius. (Besucherzentrum)
Das Gelände ist architektonisch hochkarätig und ein wichtiger Stopp an der Straße der Romanik (Rundgang /
Galerie / Bilder):
- Der Kreuzgang ist leider nicht immer zugänglich, - das Grisaille-Fenster in der Klosterkirche, ist eine im Nordchor eingebaute, aus 33 Feldern bestehende Fensterrose aus dem 13. Jh. gilt als die einzige vollständig erhaltene mittelalterliche Fensterrose dieser Art weltweit; selbst im Ursprungsland Frankreich gibt es nichts Vergleichbares (Grau-in-Grau-Malerei), - das monumentale Triumphkreuz: ein imposantes hölzernes Tafelkreuz aus ~1245, das sofort beim Betreten der romanisch-gotischen Basilika ins Auge fällt, - die "Kleine Saale": Ein rund 5 km langer, im 12. Jh. von den Zisterziensermönchen angelegter Wasserlauf,  um das Tal zu entwässern und ihre Klostermühle anzutreiben.

Rudelsburg: eine der bekanntesten und geschichtsträchtigsten Burgen im Saaletal bei Bad Kösen. Das Besondere ist die Kombination aus mittelalterlicher Geschichte, romantischer Wiederentdeckung im 19. Jh. (Lage).
Die 1171 urkundlich erwähnte Burg diente den Bischöfen von Naumburg zur Sicherung der Handelswege wie der Via Regia. Nach ihrer Zerstörung im 30-jährigen Krieg verfiel sie, wurde jedoch im 19. Jh. im Zuge der Burgenromantik als malerische Ruine neu entdeckt und restauriert.
Seit 1855 ist die Rudelsburg der jährliche Treffpunkt der Kösener Corpsstudenten. Vor der Burg zeugen mehrere markante Denkmäler, wie das spektakuläre Löwendenkmal oder das wiedererrichtete Jung-Bismarck-Denkmal, von studentischer Tradition.
(Video).
Die Burg und die Saale-Landschaft beflügelten namhafte Dichter. So verfasste Franz Kugler im Jahr 1826 im Burghof das weitbekannte deutsche Volkslied
„An der Saale hellem Strande“.

Jena und Auerstedt: Die Doppelschlacht am 14. Oktober 1806 endete mit einer Niederlage Preußens und Sachsens, was den Zusammenbruch des preußischen Staates besiegelte und Napoleon die Vorherrschaft in Mitteleuropa sicherte (Video / Video / Video).
Das Besondere war, dass am selben Tag zwei getrennte Hauptschlachten stattfanden, ohne dass Beide vom Kampf des Anderen wussten. (Napoleonpfad). Napoleon befehligte bei Jena ~96.000 Mann gegen ~53.000 Preußen und Sachsen. 20 Kilometer nördlich der Franzose Davout ca. 27.000 Mann, gegen ~50.000 des Herzog von Braunschweig und König Friedrich Wilhelm III. Zwei Wochen später, am 27. Oktober 1806, zog Napoleon kampflos in Berlin ein. Preußen verlor im Frieden von Tilsit (1807) die Hälfte seines Staatsgebietes.(
Nachstellung der Schlacht / Museum in Cospeda).

Jena: Zum Abschluss der Reise gab es einen (sehr) kurzen Rundgang und Kaffee und Kuchen in Jena. Das war unser erster Besuch in Jena, aber sicherlich nicht der letzte, denn es gibt ja auch dort einiges zu entdecken (Sehenswürdigkeiten - mehr im nächsten Jahr).

 

Rotkäppchen Sektkellerei 

Auf den Ausflug im nächsten Jahr !!!

 

 

 

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